Mental Load in Familien – Unsichtbare Verantwortung erkennen und fair verteilen

Ein Thema, das alle Familien betrifft!

Was ist Mental Load?

 

Mental Load in der Familie ist für viele Eltern – besonders für Mütter – tägliche Realität. Es geht nicht nur um Haushalt oder Kinderbetreuung. Es geht um das ständige Mitdenken, Planen, Organisieren und Erinnern. Um die Frage: 

 

Wer trägt die Verantwortung, dass alles läuft?

 

Denn nicht die Aufgaben selbst erschöpfen – sondern die dauerhafte innere Zuständigkeit.

 

Der Begriff "mental load" wurde breiter bekannt durch die französische Comic-Zeichnerin "Emma", die 2017 mit ihrem grafic novel „Fallait demander“ (dt.: „Du hättest ja fragen können“) die unsichtbare care- Arbeit in Beziehungen sichtbar machte. Ich liebe ihre Arbeit, auf Deutsch können Sie den Comic bei den Krautreportern ansehen:


https://krautreporter.de/1983-du-haettest-ja-fragen-koennen

 

Mental load ist die Projektleitung des Familienalltags – meist ohne offizielle Anerkennung. Es geht dabei nicht nur um das Erledigen von Aufgaben, sondern um das Denken an Aufgaben. Jede Mutter kann aus dem Stegreif eine innere Liste herunterbeten, die permanent im Hinterkopf abläuft und aktualisiert wird, z.B. mit Inhalten wie:

  • wann hat das Kind heute Schulschluss?
  • was koche ich heute zum Abendessen?
  • ist alles dafür im Kühlschrank oder muss ich noch etwas einkaufen?
  • Hat das Kind dann auch was Gesundes gegessen heute?
  • War es genügend an der frischen Luft, hat sich bewegt, hatte nicht zu viel Medienzeit, hat seine Hausaufgaben erledigt?
  • Nächste Woche soll es wärmer werden, haben wir noch passende Übergangsschuhe?
  • Wo sind noch mal die leichteren Jacken?
  • Hat mein Kind, alles, was es braucht? Geborgenheit, genügend Freundschaften, körperliche und seelische Gesundheit, Selbstständigkeit und Fürsorge?
  • usw

 

Aber wir sind doch mittlerweile gleichberechtigt!?

 

Das statistische Bundesamt hat ermittelt, dass der Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Verteilung der Sorgearbeit immer noch sehr unausgeglichen ist: 
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Zeitverwendung/_inhalt.html

Die Daten zeigen weiterhin eine deutliche Lücke bei unbezahlter Care-Arbeit. Auch im Berufsleben ist Care Arbeit zumeist weiblich: Wer denkt an Geburtstage von Kolleg:innen? Wer organisiert eine Karte, wenn Mitarbeitende Eltern werden? Wer bringt Kuchen mit?

 

Die Gründe dafür sind verschieden, einige könnten sein: 

  • Geschlechtersozialisation
  • Teilzeitmodelle nach der Geburt
  • Gender Pay Gap
  • gesellschaftliche Erwartungen an „gute“ Mütter

Mental Load ist deshalb kein individuelles "Versagen", es ist ein strukturelles Ungleichgewicht, das gesellschaftlich unterstützt wird. Denn für viele Männer ist es ressourcenschonend, wenn eine Frau an alles denkt und sich um alles kümmert. Allerdings ist eine Frau, die dem Mann "den Rücken frei hält" keine gleichberechtigte Partnerin. Und auch für Männer hätte es viele Vorteile, gleichberechtigt Verantwortung zu übernehmen- sie wären ein größerer Teil im Leben ihrer Kinder, hätten erfüllendere soziale Beziehungen, würden Prioritäten in ihrem Leben neu überdenken. Leider sind Männer, die das ernsthaft anpacken, immer noch rar gesät. 

 

Übrigens:

Auch in gleichgeschlechtlichen oder queeren Familien kann Mental Load ungleich verteilt sein – oft entlang von Arbeitszeit, Einkommen oder internalisierten Rollenbildern.
Nicht das Geschlecht allein bestimmt die Verteilung – sondern Verantwortung, Kommunikation und strukturelle Bedingungen.

 

 

Psychische Folgen von (zuviel) Mental Load

 

Die permanente Belastung kann zu verschiedenen Folgen führen, immer abhängig von der Dauer, der Intensität und den vorhandenen Ressourcen. Häufig sind:

  • innerer Daueranspannung
  • Erschöpfung
  • Gereiztheit
  • Rückzug in der Partnerschaft
  • dem Gefühl, nie wirklich abschalten zu können


„Ich will nicht, dass du mir hilfst – ich will, dass du mitdenkst.“

 

 

 

Wie können Familien Mental Load gerechter verteilen?

 

1. Unsichtbares sichtbar machen

 

Es gibt tolle Fragebögen, die die unsichtbare Care- Arbeit sichtbar machen, z.B. hier: https://equalcareday.org/mental-load/

 

2. Verantwortung komplett übergeben

 

Nicht nur „Einkaufen gehen“, sondern:

  • Einkaufsplanung
  • Essensplanung 
  • Angebote checken
  • Vorratskontrolle
  • Budgetüberblick

Verantwortung endet nicht beim Ausführen.

 

3. Regelmäßige Gespräche führen

 

  • Fühlt sich die Verteilung fair an?
  • Ist jemand unzufrieden?
  • Fühlt sich jemand überfordert?
  • Sind alle Bereiche abgedeckt?
  • Welche Rollenbilder wirken im Hintergrund? Will ich das so?

 

4. Systemische Perspektive einnehmen

 

Mental Load ist oft Teil eines Beziehungsmusters. In der systemischen Beratung betrachten wir nicht nur das Verhalten einzelner Personen, sondern Dynamiken, Zuschreibungen und implizite Erwartungen.

Es kann also helfen, zu hinterfragen:

  • welche Erwartungen gibt es an mich?
  • welche Anforderungen erscheinen mir sinnvoll?
  • wie kann ich die 100% meiner Energie sinnvoll auf alle Lebensbereiche verteilen?

 

 

Mental Load Beratung online – Unterstützung bei Überlastung

 

Wenn Sie merken, dass:

  • immer wieder dieselben Konflikte entstehen
  • Sie sich dauerhaft verantwortlich fühlen
  • Gespräche im Kreis laufen
  • Erschöpfung zum Dauerzustand wird

kann eine professionelle Begleitung hilfreich sein.

 

In meiner systemischen Onlineberatung arbeiten wir daran,

  • Verantwortung transparent zu machen
  • Rollen neu zu verhandeln
  • Kommunikationsmuster zu verändern
  • individuelle Entlastungsstrategien zu entwickeln


 

 

 

 

Fazit: Mental Load ist privat – und politisch

Mental Load in Familien ist kein Zeichen persönlicher Schwäche. Er entsteht im Spannungsfeld von Beziehung, Biografie und gesellschaftlichen Erwartungen.

Eine gerechtere Verteilung braucht Bewusstheit, Kommunikation – und manchmal externe Unterstützung.

Wenn Sie sich in diesem Thema wiederfinden, dürfen Sie Entlastung ernst nehmen. Dauerhafte Überforderung ist kein Beweis von Stärke.

 

Frau tippt an einem Laptop in einem hellen Raum mit Pflanzen im Hintergrund.

Lasst endlich die jungen Menschen in Ruhe! 

Ich kann das Gemecker über Gen Z nicht mehr hören! 

 

 

 

Sie seien nicht arbeitswillig, wollten nur "Lifestyle-Teilzeit", würden der Arbeit nicht mehr den Wert beimessen wie die älteren Generationen und wollten ohnehin immer nur Freizeit. Das sind viele Vorurteile, die jungen Erwachsenen oft entgegen gebracht werden. 

 

Um eine Expertin zu ziteren, nämlich Monika Schnitzer, Mitglied der sogenannten "Wirtschaftsweisen", und dadurch objektiv gesehen qualifiziert zu Aussagen über Verhalten am Arbeitsmarkt:

 

„Die junge Generation wird ständig als anspruchsvoll oder faul dargestellt. Aber in Wahrheit leistet sie Erstaunliches – unter Bedingungen, die keine Generation vor ihr so erlebt hat.“ (SZ, 15.02.2024)

und: Ihrer Einschätzung nach arbeitet die "Gen Z" – geboren zwischen 1995 und 2010 – "mehr als die Generationen vor ihr"

 

Das hat mich bestärkt, diesen Artikel zu schreiben – denn ich sehe täglich, wie viel Stärke in jungen Menschen steckt, und wie wenig das anerkannt wird.

 

 

1. Die Belastungen: Was junge Erwachsene wirklich tragen:

 

Junge Erwachsene zwischen 20 und 35 Jahren kämpfen mit mehreren Krisen gleichzeitig – und das oft unsichtbar, bzw von der restlichen Gesellschaft nicht wahrgenommen: 

 

Wirtschaftliche Unsicherheit: „Ich weiß nicht, wie ich mir eine Zukunft aufbauen soll“

  • Prekäre Arbeitsverhältnisse: Viele junge Menschen haben befristete Verträge, Minijobs oder unsichere Einkommen – trotz guter Ausbildung. Oder sie absolvieren gerade eine Ausbildung, ohne zu wissen, ob es diesen Beruf in einigen Jahren überhaupt noch geben wird, oder ob er durch KI ersetzt wird.

„Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass sie trotz hoher Qualifikationen keine sichere Zukunft haben – weder beim Wohnen noch bei der Rente.“Monika Schnitzer, Wirtschaftsweiser (Handelsblatt, 2024; Quelle)

  • Wohnungskrise: In Nürnberg und anderen Großstädten geben über 60 % der unter 30-Jährigen an, sich keine eigene Wohnung leisten zu können (DIW-Studie, 2023; Quelle).
  • Finanzielle Ängste: Laut der Shell Jugendstudie 2022 sorgen sich 75 % der jungen Erwachsenen um ihre wirtschaftliche Zukunft.

Psychische Belastungen: „Ich habe Angst, nicht genug zu sein“

  • Burnout und Stress: Die Techniker Krankenkasse berichtet, dass die Burnout-Rate bei unter 30-Jährigen doppelt so hoch ist wie bei älteren Generationen (TK-Gesundheitsreport 2023).
  • Social Media & Leistungsdruck: Viele junge Erwachsene fühlen sich durch ständige Vergleiche (z. B. auf tiktok, aber auch durch Eltern) unter Druck gesetzt.

„Die psychische Gesundheit junger Menschen wird systematisch unterschätzt. Sie wachsen in einer Welt auf, die ihnen ständig sagt: ‚Du bist nicht genug." (SZ, 2024)

  • Einsamkeit: Eine Studie der Bertelsmann Stiftung (2023) zeigt, dass jeder dritte junge Erwachsene unter Einsamkeit leidet.
  • Zukunftsängste: „Was kommt als Nächstes?“
  • Klimakrise: 75 % der jungen Erwachsenen haben „Angst vor der Zukunft“ (Shell Jugendstudie 2022).
  • Politische Unsicherheit: Kriege, Inflation und wirtschaftliche Krisen verstärken das Gefühl von Kontrollverlust.
  • Familienplanung: Viele fragen sich: „Soll ich überhaupt Kinder bekommen, wenn die Welt so unsicher ist?“

 

2. Warum sie trotzdem Großartiges leisten

 

Trotz dieser Belastungen erlebe ich täglich, wie resilient, kreativ und engagiert junge Erwachsene sind. Hier sind einige ihrer Stärken – die oft übersehen werden:

 

-> Anpassungsfähigkeit & Kreativität

  • Sie navigieren sich durch unsichere Zeiten – ob durch Nebenjobs, Weiterbildungen oder digitale Skills. Und das, ohne dass man sie ständig über die ältere Generation jammern hören würde.
  • „Junge Erwachsene heute sind kreativer im Umgang mit Krisen als jede Generation zuvor.“ — wieder Monika Schnitzer (Handelsblatt, 2024)

-> Wertebewusstsein & Engagement

  • Sie fordern Nachhaltigkeit, Diversität und Gerechtigkeit ein – und setzen sich aktiv dafür ein. Ob durch Petitionen, Demonstrationen oder Mikro-Widerstand durch sprachliche Sichtbarkeit.
  • „Sie sind die erste Generation, die Klimaschutz nicht als Option, sondern als Pflicht sieht.“Veronika Grimm (SZ, 2024)

-> Offenheit für psychische Gesundheit

  • Immer mehr junge Erwachsene sprechen über Therapie und Selbstfürsorge – und brechen damit generationenübergreifende Tabus.
  • In meinem Alltag beobachte ich, wie offen viele junge Menschen heute mit Themen wie Burnout oder Ängsten umgehen.

-> Digitale Kompetenz

  • Sie nutzen digitale Tools, um sich zu vernetzen, zu lernen und zu arbeitenmanchmal oft  meistens fast immer besser als ältere Generationen.

 

 

3. Was junge Erwachsene jetzt brauchen

 

Die Wirtschaftsweisen betonen: „Wir müssen aufhören, junge Menschen als faul oder anspruchsvoll darzustellen. Sie brauchen Unterstützung, nicht Vorwürfe.“ (SZ, 2024). 

Von der Gesellschaft und Politik: 

  • Bezahlbarer Wohnraum und sichere Arbeitsverhältnisse.
  • Mentale Unterstützung 
  • wünschenswerte Zukunftsaussichten: Sie sollten bei Stadtplanungen gehört werden, die Infrastruktur sollte auf sie angepasst werden, Wehrdienstpflicht überdenken, sozialverträgliche Ausbildungschancen usw.

Auf individueller Ebene: Was du selbst tun kannst

  • Erlaube dir, stolz auf dich zu sein – du schaffst mehr, als du denkst!
  • Hol dir Hilfe, wenn es zu viel wird!
  • Fokussiere dich auf das, was du kontrollieren kannst – nicht auf das, was dich überfordert.

Junge Erwachsene sind nicht das Problem – sie sind die Lösung. Wir müssen ihnen Vertrauen und Chancen geben, statt sie zu verurteilen.“Monika Schnitzer (SZ, 2024)

 

 

4. Mein Appell: Hört auf zu meckern!

 

In jungen Menschen steckt so viel Kraft, Kreativität und Mut! Sie verdienen Anerkennung – und wir alle können dazu beitragen, indem wir:

  • Zuhören, statt bewerten.
  • Unterstützen, statt zu fordern.
  • Ihre Erfolge sichtbar machen – denn sie leisten mehr, als viele denken.

 

5. Du bist nicht allein – und du schaffst das!

 

Falls du dich als junge:r Erwachsene:r gerade überfordert fühlst:

  • Deine Ängste sind berechtigt – aber deine Stärken auch.
  • Es ist okay, Hilfe zu suchen – ob bei Freund:innen, in einer Beratung oder bei mir.
  • Du bist nicht allein – und du leistest mehr, als du denkst.

In meiner Praxis in Nürnberg oder online unterstütze ich junge Erwachsene dabei,

  • Stress und Selbstzweifel zu überwinden,
  • Klarheit für ihre Zukunft zu finden,
  • und ihre Stärken (wieder) zu entdecken.

Du bist herzlich willkommen – ob für ein kostenloses Kennenlerngespräch oder eine längere Begleitung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

Onlineberatung?
Onlinetherapie?

Kann das funktionieren? Ja! 

 Es kann viele Gründe geben, warum eine Onlineberatung oder Onlinetherapie gerade besser in Ihr Leben passt als ein Treffen vor Ort. 

Die systemische Therapie möchte ja genau das bieten: Den ganzen Menschen betrachten mit allen Möglichkeiten und Situationen, die gerade gut in sein Leben passen. Vielleicht sind Sie berufstätig oder studieren und benötigen Termine in den Randzeiten? Oder Ihr Leben ist gerade so voll, dass ein zusätzlicher außer-Haus- Termin Stress bedeuten würde?

Ich bin seit vielen Jahren hauptberuflich in der Onlineberatung tätig und kann daher auf einen großen Erfahrungsschatz und vielfältige Kompetenzen zurückgreifen. Zudem bin ich zertifizierte Onlineberaterin der DGOB (Deutschsprachige Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung)

Viele Methoden der systemischen Arbeit lassen sich ganz wunderbar online verwenden! 

Für die Gespräche nutze ich gerne einen besonders sicheren Anbieter, der alle Anforderungen der DSGVO erfüllt und dessen Server in Europa stehen. 

Es wäre gut, wenn Sie für die Gespräche ein Tablet, Laptop oder PC hätten, über ein Mobiltelefon ist es eher mühsam. Außerdem brauchen Sie natürlich einen möglichst ungestörten Raum. Weitere Kompetenzen benötigen Sie nicht, ich kann Ihnen alles Schritt für Schritt erklären. Sie müssen auch nichts herunterladen, sondern erhalten einen Link, um im Browser die Beratung zu öffnen. 

Haben Sie Fragen? Sprechen Sie mich gerne an! 

Bunte Holzfiguren auf einem Tisch, einige hinter einer roten Schnur angeordnet.

Methoden systemischer Arbeit 4- Aufstellungen

oder: "Muss ich jetzt mit Playmobil spielen?" 

Keine Sorge: Alle meine Methoden sind Vorschläge, um Sie bei Ihrem Anliegen zu unterstützen. Es ist mir immer wichtig, vorher zu erklären, warum ich eine Methode zu einem bestimmten Zeitpunkt durchführen würde. Sie können dann jederzeit entscheiden, ob sie das ausprobieren möchten oder nicht. 

Heute möchte ich gerne allgemein etwas zu Aufstellungen sagen und warum ich sie gerne anwende. 

Bunte Holzfiguren versammelt um bunte Glassteine auf einem Holzuntergrund.
Spielzeugtiere: Hunde, Katzen, Schwein und eine Schildkröte auf einem Tisch angeordnet.
Eine Gruppe von Playmobil-Figuren in verschiedenen Outfits auf einem Holztisch.

Manchmal reichen Worte nicht aus, um unser Zusammenleben zu beschreiben. Manchmal sind uns Zusammenhänge auch noch gar nicht bewusst. Manchmal fühlt sich eine Situation in unserem Kopf einfach nur überfordernd und konfus an. In diesen Fällen können Strukturaufstellungen helfen. "Erfunden" wurden sie in der Familientherapie, in der Arbeit mit dem Familienbrett. Hier haben Therapeut:innen festgestellt, dass die Methode wissenschaftlich erwiesen geeignet ist, auch nonverbal soziale Beziehungen darzustellen und zu reflektieren. Schnell verbreitete sich die Methode dann und wird heute nicht mehr nur mit den klassischen Holzkegeln durchgeführt, sondern auch mit Figuren. Diese erweitern die Dynamik nicht nur ästhetisch, sondern bieten auch die Möglichkeit, metaphorisch zu arbeiten. 

Zum Beispiel: Im Bild mit den Playmobil Tieren oben stellt der Hund den Familienvater dar. Er wird als stets vorsichtig beschrieben, aufmerksam und beschützend. In der Betrachtung könnte man dann fragen: 

 

"Wie steht der Hund gerade da? In welche Richtung sieht er?"  

"Gerade guckt er nach oben, er ist immer beschäftigt, scannt nach Gefahren!"

"Wie gut hat er denn dabei seine Kinder im Blick, wenn er immer nach Gefahren Ausschau hält?"

"die sieht er kaum, dafür ist er zu hektisch!"

"Fühlt er sich denn wohl in der Rolle als der Beschützer der Familie?"

"Nein, eigentlich würde er lieber mal in Ruhe mit seinen Kindern spielen. Oder einfach mal entspannen. Er hat ja hier sogar ein Körbchen, aber er hat nie Zeit, sich mal hinzulegen!"

"Was bräuchte er denn, damit er sich einfach mal hinlegen kann?"

 

-> und zack: Sind wir auf Lösungssuche! :-) 

 

Durch Aufstellungen können zum einen zwischenmenschliche Beziehungen visualisiert werden, manchmal greifen wir auch intuitiv zu einer bestimmten Figur, ohne bewusst erklären zu können, warum. Und merken erst danach, dass es eine sehr bedeutsame Wahl war. Zum anderen findet aber auch eine Reduzierung der Komplexität statt (denn natürlich sind unsere Beziehungen viel komplizierter, als sich dies mit Figuren darstellen ließe) Dadurch können wir manchmal leichter erkennen, was es eigentlich braucht. 

 

Bei aller Begeisterung, die ich für Aufstellungen habe: Niemals hätte ich den Anspruch, dass sie jederzeit und zu jeder Person passen. Und nie habe ich den Anspruch, daraus etwas über die aufstellende Person abzuleiten. Ich kann Vorschläge machen oder Hypothesen formulieren, aber ob oder was davon mit Ihnen in Resonanz geht, ist allein Ihre Entscheidung und Ihre persönliche Deutung. Deswegen möchte ich gerne dazu ermutigen, es einfach mal auszuprobieren und zu spüren, ob es eine Methode ist, die Sie anspricht. 

24. Januar 2026

Gedankenblasen mit Fragen: "Warum nervt mich dieses Verhalten?" und "Wohin will ich eigentlich?".

Mentalisierungsbasierte Therapie (MbT)

Ich beziehe in meine Arbeit immer mentalisierungsbasierte Ansätze ein, dies ist nicht ausdrücklich ein systemisches Konzept, sondern eine Verbindung aus psychodynamischen, systemischen und entwicklungspsychologischen Theorien. 

Ursprünglich wurde die MbT entwickelt (und ist hierfür auch wissenschaftlich erwiesen wirksam) für Menschen mit einer Borderline- Diagnose, da es hier besonders häufig zu Schwierigkeiten in der Handhabung von Affekten und zwischenmenschlichen Beziehungen kommt. 

Aber auch in der Ausbildung von Lehrkräften und der Unternehmenskommunikation sind MbT- Ansätze mittlerweile sehr verbreitet.

Mir gefällt der kurze Satz, dass die MbT hilft, einen Puffer zwischen Gefühl und Handlung zu schaffen. 

 

Die Fähigkeit zur Mentalisierung entwickelt sich ungefähr ab dem vierten Lebensjahr und wird stark von Bindungs- und Umweltfaktoren beeinflusst. Unsichere Bindungserfahrungen aktivieren Angsterleben und können Explorationsverhalten beeinträchtigen, besonders in Hinsicht auf Affekte und Beziehungen. Wenn die Unterscheidung und Integration von Affekten, Kognition und äußerem Erleben nicht gelingt, kann sich dies später äußern in dauerhaften Gefühlen innerer Leere, Dissoziationen oder affektiven "Überflutungen". 

 

Für alle Menschen kann die Stärkung der eigenen Mentalisierungsfähigkeit gewinnbringend sein, d.h. eigene und fremde mentale Zustände zu verstehen und zu verbessern. Mit dem Hintergrund der Bindungstheorie wird davon ausgegangen, dass dies nicht allein durch Psychoedukation möglich ist (also dem theoretischen Erklären), sondern in Wechselwirkung und auf der Basis einer sicheren Bindung mit einer Therapeutin erlebt, gefühlt und verstanden werden kann. 

 

Wem das jetzt alles zu psychologisch klingt: Es gibt eine wunderbare Geschichte des österreichischen Psychotherapeuten und Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick, veröffentlicht in seinem Buch "Anleitung zum Unglücklichsein". Sie beschreibt humorvoll, wie uns mangelnde Mentalisierungsfähigkeit unter Umständen im Weg stehen kann: 

 

 

„Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgetäuscht und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich.  Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer!!!"

11. Januar 2026

Methoden systemischer Arbeit 3 - Haltung! 

Ich habe überlegt, welche Methode ich als nächstes kurz erklären möchte und hing gedanklich an einem Punkt, der mir enorm wichtig ist und der hier einen eigenen Platz bekommen soll:

Die Haltung ist wichtiger als die Methode! 

 

Leider ist in der Literatur (und auch bei manchen Fachkräften) der Schwerpunkt eher auf eine reichhaltige Methodenvielfalt gerichtet, es wird von "Methodenkoffern" und einem "Methodenschatz" gesprochen. 

 

Das hat auch seine Berechtigung, die systemischen Methoden sind wunderbare Hilfsmittel, um neue, kreative Zugänge zu erlangen. Oder um die Komplexität der Wirklichkeit zu reduzieren, Unausgesprochenes sichtbar und im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar zu machen. 

 

Aber nicht jede Methode passt zu jedem Menschen und jeder Situation. Und noch vor jeder Methode ist das Allerwichtigste die innere Haltung der Fachkraft. Vieles klingt selbstverständlich, ich möchte es dennoch kurz erläutern: 

  • Klient:innen sind die Expert:innen ihres Lebens

Ich kann hinterfragen, Impulse setzen, Informationen weitergeben... Aber welcher Weg für SIE der Richtige ist, wissen Sie selbst am Besten. Es ist ihr Leben und Ihre Entscheidung, was Sie verändern möchten und was bleiben darf (und soll.)

 

  • Allparteilichkeit

Besonders mit Paaren und Familien ist dieser Punkt die Grundlage der gemeinsamen Arbeit. Ich als Fachkraft stehe auf keiner Seite, gehe keine Koalition ein. Ich lasse mich auf keine Seite ziehen. Ich glaube, dass alle Parteien gleichberechtigte Gründe für ihr Verhalten haben und unterstütze gerne bei einer Vermittlung eines gemeinsamen Wegs. (Natürlich hat dies dennoch Grenzen, wenn es z.B. um Gewalt geht)

 

  • Konstruktivismus

Jeder Mensch sieht die Welt durch seine Brille, ist geprägt von individuellen Erfahrungen und hat unterschiedliche Ressourcen. Deswegen glaube ich nicht an die eine, objektiv richtige Sichtweise, sondern versuche zu verstehen, wie jede Person die Welt wahr nimmt. 

 

  • Neugier

Diesen Aspekt liebe ich sehr! Menschen sind so unterschiedlich und so spannend! Ich bin immer neugierig auf neue Lebenswelten und Erfahrungen und glaube, dass diese Eigenschaft auch sehr wichtig ist, um andere Menschen kompetent zu begleiten. Ich sehe mich nicht als übergeordnete Fachkraft, die Ihnen Lösungen präsentiert; Ich bin neugierig, mit Ihnen gemeinsam herauszufinden, was Sie erreichen möchten.

 

  • Wertschätzung und Ressourcenorientierung

Jeder Mensch hat unterschiedliche Ressourcen und manchmal neigen wir dazu, diese zu übersehen. Wir streben nach Verbesserung oder Optimierung und vergessen, unsere Erfolge zu würdigen, weil wir die Messlatte immer gleich ein Stückchen höher hängen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass jeder Mensch einen Ressourcenreichtum in sich trägt, der ihn bisher unterstützt hat. Manchmal ist es sinnvoller, mehr von dem zu machen, was gut funktioniert, anstatt sich damit zu quälen, etwas "weg" zu bekommen. 

 

  • die Bedeutung des Kontexts

Kein Mensch ist eine Insel. Wir leben alle in verschiedenen (Beziehungs-)Systemen und agieren mit ihnen. Diese Wechselwirkungen sind bedeutsam, denn kein Problem ist nur individuell. Indem das Umfeld jeder Person mit berücksichtigt wird, ergibt sich oft ein besseres Verständnis für schwierige Situationen und deren Lösungen. 

 

 

Diese Überzeugungen sind die Grundpfeiler meiner Arbeit. Haben Sie Fragen oder ist etwas unklar? Fragen Sie gern! 

 

 

 

 

 

 

 

Diagramm auf Papier mit strukturierten Informationen, Bleistift daneben.

Methoden systemischer Arbeit 2 - Genogramm

Ein Genogramm ist etwas Ähnliches wie ein Familienstammbaum. In der systemischen Arbeit beachten wir immer den Kontext, in dem Familien aufwachsen (z.B. gibt es Erfahrungen von Flucht, Diskriminierungen, Unglücke?) 

Außerdem erfrage ich die Beziehungen und Eigenschaften der dargestellten Personen- wer versteht sich gut mit wem? Wer bildet eine Allianz gegen jemand anderen? Zwischen wem gibt es einen Konflikt? Gibt es ein generationenübergreifendes Thema? Ist jemand aus der Familie ausgeschlossen? Welche Werte sind in der Familie wichtig? 

 

All dies kann dabei helfen, ein tieferes Verständnis für eigene Überzeugungen zu entwickeln und zu überprüfen, ob diese behalten werden möchten oder bei welchen Themen man selbst ein neues Kapitel aufschlagen möchte. Außerdem ist die Arbeit mit einem Genogramm immer ein enormer Schatz an Ressourcen, denn jede Familie hat schon Herausforderungen gemeistert, die oft zu schnell übersehen werden. 

Methoden systemischer Arbeit 1 - Familienaufstellung

Zwei Pinguine stehen am Strand und halten sich mit einer Flosse fest.

27.12.2025

Ich möchte heute gerne etwas über die Methode sprechen, die es in die Populärpsychologie geschafft hat: Familienaufstellungen bzw Familienstellen. 

Seit dem 20. Jahrhundert wurden Familienaufstellungen durch zahlreiche Fachkräfte (Moreno, Satir, Erickson etc.) validiert und weiter entwickelt. Im Prinzip handelt es sich um eine Methode, Familiensysteme darzustellen. 

Eine Person ist gewissermaßen der Regisseur und stellt die Familie mit anwesenden Personen (die keine Familienmitglieder sein müssen) im Raum auf. Er benennt die Personen, erzählt ein paar Stichworte zur Person, und überlegt sich, in welchem Abstand die Person zu den anderen Familienmitgliedern steht. Auch komplexe Familiensysteme können so dargestellt werden und auch verstorbene Mitglieder können einen Platz erhalten. Die Personen in ihrer Rolle können dann auch befragt werden, dies ist in der Fachwelt als "repräsentierende Wahrnehmung" bekannt. Oft kommt es hier zu bemerkenswerten Effekten, die Personen fühlen erstaunlich oft, wie es dem entsprechenden Familienmitglied geht. 

Im weiteren Verlauf können auch Lösungen herausgearbeitet werden und dies sollte auch erfolgen- für sich allein hat das Familienstellen noch keinen therapeutischen Effekt. Des Weiteren muss der gesamte Prozess unbedingt von einer kompetenten und sensiblen Person begleitet werden, um eventuell aufkommende Emotionen gut zu begleiten. 

 

Wie viele in der Fachwelt der sozialen Arbeit lehne ich das Arbeiten nach Bernd Hellinger entschieden ab und verweise dabei gerne auf die Stellungnahme der DGSF: https://dgsf.org/service/was-heisst-systemisch/hellinger.htm

 

Wird eine Familienaufstellung jedoch seriös angewendet, kann sie für Familien und Einzelne ein sehr kraftvolles und veränderndes Instrument sein. 

 

 

Yey, Weihnachten! 

Der Dezember ist oft die einzige Zeit im Winter, in der Kinder gerne früh aufstehen- um dann direkt zum Adventskalender zu flitzen! 

Überhaupt ist die Weihnachtszeit als Kind oft besonders spannend und bezaubernd, unabhängig von religiöser Einstellung haben viele Familien ihre eigenen Rituale entwickelt. 

5. Dezember 2025

In der Vorweihnachtszeit werden wir allerdings auch auf allen Kanälen mit Werbung überschüttet, die uns erzählen möchte, wie das perfekte Weihnachten, die perfekte Familie, das perfekte Zuhause auszusehen hat. Es lohnt sich sehr, das zu hinterfragen, jede Person hat ein Recht darauf, das Jahresende so zu feiern, wie es sich gut anfühlt. Den ganzen Tag im Schlafanzug vor der Glotze zu verbringen kann genauso ok sein, wie ein rauschendes Fest mit gutem Essen. Wichtig ist nur, dass es eine bewusste und freiwillige Entscheidung ist! 

Gerade weil die Arbeit als Taktgeber und Ablenkung fehlt, kommen zu Weihnachten manchmal Erinnungen an Familienthemen, die nicht immer nur schön sind. Das kann auch in Ordnung sein, an dieser Zeit mal traurig zu sein über Dinge, die vielleicht nicht optimal gelaufen sind. Wenn Sie merken, dass Sie alleine aus solchen Gedanken nicht mehr herausfinden, sehen Sie sich gern die Notfall-Hilfsangebote auf meiner Seite an. 

Sie sind nicht alleine! 

Ein pinkfarbener, humanoider Charakter mit Fragezeichen über dem Kopf.

Beratung, Therapie, Coaching?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Beratung, Psychotherapie und Coaching?

 

Oft ist das nicht trennscharf, allgemein kann man sagen, dass Beratungen und Coaching eher kurzfristig und eher auf Krisenintervention geplant werden. Eine Therapie umfasst meist einen längeren Zeitraum und kann sich daher noch ausführlicher mit den Ursachen und Hintergründen beschäftigen. 

 

Immer ist die systemische Haltung jedoch lösungsfokussiert, wertschätzend und ressourcenorientiert. 

 

 

25. September 2025

Ob Sie "nur" an einer schnellen Lösung für ein akutes Thema interessiert sind, oder ob Sie "tief tauchen" möchten und vielleicht hinterfragen möchten, wo bestimmte Muster ihren Ursprung haben könnten- das liegt ganz in Ihrer Hand. Und Sie können auch jederzeit im Prozess entscheiden, ob Sie an einer bestimmten Stelle einhaken möchten oder nicht. 

 

Daher sind mir die Begriffe wie "Beratung, Therapie, Coaching" weniger wichtig. Es kommt darauf an, was Sie gerade brauchen und wie Sie dabei unterstützt werden können. 

23. September 2025

Regenbogenflagge mit einem Schatten, der eine Statue zeigt.

Was bedeutet "queersensible Beratung"? 

Eigentlich sollte hierzu gar kein eigener Text nötig sein. Eigentlich sollte jeder queere Mensch sich sicher sein, in einer professionellen Beratung mit der gleichen Empathie und Wertschätzung empfangen zu sein wie jeder cis-hetero Mensch. 

 

Leider entspricht dies immer noch nicht der Realität.

 

Queere Menschen haben nach wie vor viel zu oft mit intersektioneller Diskriminierung und Mikroagressionen zu kämpfen. Als Beispiel: Ein homosexuelles Paar wird bei der Wohnungssuche benachteiligt. Trägt das Paar einen ungewöhnlichen Nachnamen oder ist nicht muttersprachlich deutsch, wird es noch stärker diskriminiert. Wenn jetzt ein Mensch homosexuell ist, einen fremdklingenden Namen trägt und auch noch im Rollstuhl sitzt, sind seine Chancen auf die gewünschte Wohnung extrem gering. 

 

Diskriminierung potenziert sich! 

Und nein, unsere Kinder werden nicht plötzlich schwul, weil sie schwule Menschen sehen! Nein, unsere Kinder werden nicht angestiftet, täglich das Geschlecht zu wechseln! Ja, für manche Menschen passt das Prinzip "Polyamor" wunderbar! Ja, Transfrauen sind Frauen und Transmänner sind Männer.

 

Ich bin der Meinung, dass es schon immer Vielfalt darin gab, wen Menschen lieben und als was für ein Mensch sie sich fühlen. 

Und auch ich stolpere manchmal über Neopronomen oder bringe Begriffe durcheinander. Aber niemand fordert Perfektion! 

Es geht eher um eine Lernbereitschaft und die Bereitschaft, allen Menschen die gleichen Rechte zuzugestehen. 

Bunte Papierschnipsel in Regenbogenfarben mit geschwungenen Kanten.

Zusammengefasst: Meine Beratung ist ein safe space für queere Menschen!

 

Und: Ich veranstalte gerne auch Workshops über queersensibles Arbeiten oder Queerness allgemein für alle interessierten Menschen! 

Menschenrechte sind kein Kuchen. Niemand hat weniger, wenn alle sie haben! 

Das tut mir gut, 
hier tank ich Kraft!

Unter diesem Titel habe ich vor einigen Jahren eine Chatgruppe mit Jugendlichen und Eltern geleitet. 

Ich finde es enorm wichtig, dass wir immer wieder darauf achten, den Dingen Platz zu geben, die uns gut tun! Nicht selten haben wir das Gefühl, einfach nur im Hamsterrad zu stecken und wenn dann ein Moment der Stille möglich ist, liegen wir völlig platt auf dem Sofa und doomscrollen durchs Internet. 

Ohne Frage: Es gibt Aufgaben, die erledigt werden müssen. Aber in unserer Freizeit müssen wir nicht auch noch maximal produktiv sein! 

Bunte Anemonenblüten in verschiedenen Farben auf grünem Blattwerk.

17. September 2025

Den Sport, den man nicht leiden kann, aber ausführt, damit man kein schlechtes Gewissen hat?! Das Ehrenamt, das mehr Energie verbraucht, als es gibt? Soziale Kontakte, die einen ausgelaugt zurück lassen? 

 

Was tut Ihnen gut? Können Sie das auf Anhieb sagen? Und damit meine ich nicht "was wäre vernünftig?" oder "was sollte ich mal wieder tun". Bei was sind Sie so im flow, dass Sie die Zeit vergessen und danach das Gefühl haben, als wären Sie eben aufgewacht? Wann fühlen Sie sich selbstwirksam, kreativ, gelöst? Wann gibt der Kopf Ruhe und Sie sind ganz im Moment? 

 

Und wann haben Sie das zuletzt gemacht? 

Bunte Blumen in einer weißen Vase neben einer Karte mit illustrativen Figuren.

Kurz erklärt: Was bedeutet "systemisch"?

Als Sozialpädagogin gefällt mir an der systemischen Therapie besonders gut, dass nicht in Diagnosen oder individuellen "Problemverhalten" gedacht wird. Es gibt immer auch einen Blick auf das soziale Umfeld, die gesellschaftlichen Bedingungen, die vielleicht eine Rolle spielen können, ob ein Verhalten als auffällig eingestuft wird. *

 

Kein Mensch ist eine Insel, wir bewegen uns immer in Systemen und reagieren mit ihnen. 

 

 

Das Ziel der systemischen Arbeit ist es, diese Systeme bewusst zu machen und bisherige Verhaltens- und Denkmuster in Frage zu stellen. Dabei bin ich nicht die Expertin, die Ihnen sagt, was richtig für Sie ist. Aber wir können uns gemeinsam auf die Suche begeben, wie Sie Ihr Handlungsrepertoire erweitern können und welche Grundannahmen vielleicht einer Überholung bedürfen.

 

Systemisches Arbeiten ist dabei immer ressourcen- und lösungsorientiert, und daher bereits mit wenigen Sitzungen hochwirksam. Entweder in Nürnberg oder online, denn als Spezialistin in der Onlineberatung biete ich auch sehr gerne Beratungen über video-calls an.

 

*Ein (plakatives) Beispiel: Um in unserem Schulsystem erfolgreich sein zu können, ist eine ADHS Symptomatik hinderlich, da langes Stillsitzen und konzentriertes Zuhören oft schwierig ist. Doch Menschen mit dieser Diagnose sind häufig besonders kreativ, können multitasken, schnell neue Inhalte lernen und verarbeiten und flexibel reagieren. Was in vielen Berufen sehr nützliche Eigenschaften sind. Es hängt also vom Umfeld ab, ob Verhaltensweisen positiv oder negativ bewertet werden. 

1. September 2025

Bunte Blätter in den Farben Grün, Gelb, Orange und Rot hängen an einer Schnur.

Warum heisst meine Seite "Veränderung"? 

 Veränderungen  gehören elementar zu unserem Leben. Jeder Tag birgt neue Herausforderungen, und dadurch auch neue Möglichkeiten. 

Manche Veränderungen sind schmerzhaft und traurig, manche bergen die Chance auf Weiterentwicklungen. 

Manchmal fühlen sich Veränderungen (oder auch der Wunsch danach) so überwältigend an, dass es hilfreich sein kann, dies mit einer außenstehenden Person zu besprechen. 

 

 

Dienstag, 5.August 2025

Es erfordert Mut, alte Muster zu verlassen und sich auf einen neuen Weg einzulassen. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und mögen es, wenn Dinge automatisiert ablaufen. 

 

Veränderung birgt jedoch auch immer wieder die Chance auf neue Möglichkeiten, neue Erfahrungen, neue Emotionen. Deswegen möchte ich Sie einladen, Veränderungen in Ihrem Leben willkommen zu heissen. 

Freitag, 1. August 2025

Berühmte Zitate über Veränderungen:

"Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung" 

- Heraklit

 

 

"Veränderung bedeutet Fortschritt, und Fortschritt bedeutet Leben!"  

- Marie von Ebner-Eschenbach

 

 

"Nichts ist konstanter als der Wandel" 

 - Shakespeare

 

 

 

"Manchmal muss man sich verändern, um sich treu zu bleiben" 

- Virginia Woolf

Neon Schriftzug auf Ziegelwand: „Das ist das Zeichen, nach dem du gesucht hast.“

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